Literatur

Diese Literaturliste präsentiert einfach erhältliche Titel, die meine Arbeit maßgeblich beeinflusst haben und gleichzeitig gut und spannend zu lesen sind. Ich freue mich stets auf neue Hinweise.

Keith Johnstone: Improvisation und Theater

Johnstone ist eine der Gründerfiguren des modernen Improtheaters. Das Buch ist eine Bibel des Improtheaters und ein Buch für das ganze Leben. Kein stringentes Lehrbuch, voller Anmerkungen und Anekdoten. Das letzte (und längste) Kapitel zur Maskenarbeit ist allerdings nicht ganz leicht zugänglich ohne Bezug. Steve Jarand führt dessen Maskenarbeit konsequent fort

Keith Johnstone: Theaterspiele

Das zweite deutschsprachige Buch (eher eine Zusammenstellung verschiedener Texte in ein schlüssiges Buch) bietet zahlreiche Spiele und übungen. Eher für den Hausgebrauch des Trainers, aber doch auch mit manchen Einsichten, die im ersten Buch so nicht zu finden sind. Ein elementares Arbeitsbuch des Improtheaters.

Gunter Lösel: Theater ohne Absicht

Wirklich ein „Herz-, Hand- und Hirnbuch“ des Improtheaters. Gut geschrieben und übersichtlich. Lösel, Psychologe und Improspieler, arbeitet die physisch-psychischen Voraussetzungen des Improvisierens gut heraus und verbindet das mit einer sehr persönlichen Theorie des Improtheaters.

James Surowiecki: The wisdom of crowds / dt. Die Weisheit der Vielen

Dieses flotte, beispielreiche Sachbuch zeigt überzeugend, unter welchen Rahmenbedingungen Gruppen die besseren Entscheidungsträger sein können. Keine einseitige Lobeshymne, differenziert, ohne überflüssige Wiederholungen.

Malcolm Gladwell: Blink

Das Erfolgsbuch zu den Chancen und Fallen von Augenblicksentscheidungen. ähnlich wie Surowiecki geschrieben, gut und spannend zu lesen, nicht ganz so stringent teilweise. Gladwells Thesen zu den Voraussetzungen zur Nutzung unserer intuitiven Fähigkeiten: Zeit, Training, Kontextinformationen.

Keith Sawyer: Group genius

Sawyer gilt als führender Kreativitätsforscher. Improtheater war immer schon ein zentraler Forschungsgegenstand von ihm. In „Group genius“ fasst er seine Thesen auf klare Art zusammen und bringt viele Beispiele für seine zentrale These, dass Innovationen nie allein der singulären Genialität Einzelner entspringen, sondern immer aus gewollter wie auch ungeplanter Kollaboration.

Daniel Gilbert: Stumbling on happiness

Der Psychologe Gilbert befasst sich mit der erstaunlich dürftigen Fähigkeit von uns Menschen, die eigene Zukunft bzw. unsere kommenden Vorlieben vorherzusagen. Seine Analyse kommt aus einer anderen Richtung als Gladwell und dennoch zu einem nicht unähnlichen Schluss: Wir sind verdammt gute Präsenztiere, für eine Vorausschau in die Zukunft aber einfach nicht gut ausgestattet.

Paul Z. Jackson: Solutions Focus – Making coaching and change SIMPLE

Der Kollege Jackson hat mit Mark McKergow ein eingängiges Buch zum Solutions Focus geschrieben. Ich empfinde diesen systemischen Therapie- und Coachingansatz als natürliche Ergänzung der Arbeit mit Improvisationstheater. Einfachheit, Lösungs- und Ressourcenorientierung sind zentrale Gemeinsamkeiten.

Erving Goffman: Rahmen-Analyse (engl. Frame analysis)

Goffman hat die Soziologie dafür geöffnet, face-to-face-interaction als eigenes Feld zu betrachten, das in den allgemeinen Gesellschaftstheorien nicht aufgeht. Die „Rahmen – Analyse“ von 1974 ist Goffmans zentrales Werk zur Wahrnehmung von Interaktionssituationen. Es systematisiert die Struktur der Frage, die sich jeder von uns bewusst oder unbewusst vor oder während jeder Interaktion stellt: „Was geht hier eigentlich vor?“

Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten (engl. The hero with a thousand faces)

Der Mythenforscher Campbell hat mit der Heldenreise ein universelles Stadien- und Archetypenmodell für Geschichten aller Art vorgelegt. Das Buch ist ein Klassiker der Storytellingliteratur. Liest man es als flexible Matrix, wird auch die eigene Biografie, die Firmengeschichte etc. als klassiche Geschichte lesbar. Manche Kommentatoren finden Campbell schwer lesbar, ich finde seine Sprache bilderreich und anregend. Wer es einfacher und moderner haben möchte, lese

Christopher Vogler: The writer's journey

Vogler legt Campbells Heldenreise konsequent aus und beschreibt sie anhand etlicher Filmbeispiele. Er beschreibt übersichtlich verschiedene Archetypen nach C.G. Jung, die gewählten Filmbeispiele machen durch Ihre Bekanntheit das Verständnis des Modells einfach. Ausserdem verdeutlicht Vogler an einigen Stellen, wie einfach man das eigene Leben als Heldenreise lesen kann.

 
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